Zurück zur Übersicht

Interview mit Sandy Schnitzer von Mounting Systems zum Thema Rahmen von Photovoltaikmodulen

Vor einiger Zeit berichteten wir in unserem Fehlerbild-Beitrag über Rahmenschäden an Photovoltaikmodulen. Unser heutiger Interviewpartner Sandy Schnitzer ist als Director Development & Product Manager bei dem Rahmenhersteller Mounting Systems ein Experte auf dem Gebiet von Rahmen von Photovoltaikmodulen. Herr Schnitzer wird uns Informationen zu den Eigenschaften von Modulrahmen geben und erklären, wie Rahmen – wenn auch in seltenen Fällen –  beschädigt werden können.

Herr Schnitzer, aus welchem Material werden Modulrahmen in der Regel hergestellt?

Die Rahmen von Photovoltaikmodulen werden in der Regel aus Aluminium hergestellt. Es kommen hier Aluminiumlegierungen zum Einsatz, die neben der Festigkeit auch einen hohen Anspruch an die Oberflächenqualität haben. Vorwiegend sind hier die Aluminiumlegierungen EN-AW 6060 bzw. EN-AW 6063 anzutreffen.
Rahmen von Photovoltaikmodulen erhalten zusätzlich einen Oberflächenschutz. Üblicherweise wird hier eine Eloxalschicht mit einer Dicke von mindestens 15 μm verwendet. Neben der anspruchsvollen Optik dient diese dem Korrosionsschutz und als elektrisch isolierende Beschichtung.

Wie werden üblicherweise die einzelnen Rahmenteile miteinander verbunden?

Für die Verbindung der Rahmenteile untereinander gibt es verschiedene Methoden. Verbreitet sind hierbei Verschraubungen oder genietete bzw. verpresste Eckverbinder.
Wichtig bei der Verbindung der Rahmenecken ist die Tragfähigkeit der Verbindung. Bei den Standardbelastungstests von Solarmodulen auf Druck und Zugbelastung werden diese nicht weiter untersucht. Aber gerade bei Schrägdachanlagen in schneereichen Regionen führt abrutschender Schnee zu extremen Belastungen auf die Rahmen und auch auf die Eckverbindungen.

Gibt es Möglichkeiten für Photovoltaikanlagenbesitzer Rahmenteile oder ganze Rahmen für einzelne Solarmodule nachzubestellen, wenn diese kaputt gegangen sind?

Bei der richtigen Anwendung von Solarmodulen können Modulrahmen nicht kaputt gehen. Unter richtiger Anwendung versteht man die Einhaltung der Montagevorschriften und die Beachtung des Einsatzbereiches des Solarmodules.
Sollte dennoch ein Solarmodul kaputt gehen sollte man zuerst prüfen ob es sich um einen möglichen Gewährleistungs- bzw. Garantiefall handelt. Hier sollte Kontakt zu dem Installateur der Anlage oder dem Modulhersteller aufgenommen werden.
In jedem Fall ist hierbei die Schadensursache zu ermitteln.  Ein paar bekannte Schadensbilder insbesondere aus den Anfangszeiten der Photovoltaik sind folgende:

  • Auffrieren von Hohlkammerrahmen im Winter aufgrund fehlender Entwässerungslöchern
  • Lösen der Eckverbindung aufgrund Schneelasteinwirkung und damit herausrutschen der Laminate
  • Verformung der Modulrahmen durch zu hohe Lasteinwirkung

Da jeder Modulrahmen unterschiedlich in der Geometrie ist, sollte ein Anlagenbesitzer immer versuchen über den Modulhersteller einen entsprechenden Austausch zu bekommen. Sollte dies nicht gelingen sollte man auf Unternehmen wie zum Beispiel die ENVARIS GmbH zugehen, die sich auf die Reparatur und Instandsetzung von PV-Modulen spezialisiert haben.
Es gibt Anbieter, die Modulrahmen anbieten. Es ist aber immer zu prüfen, ob diese mit den Anforderungen in Bezug auf Modulgröße, Belastung, Rahmenhöhe, Glasdicke und Einbettung/Einklebung des vorhanden Solarmoduls übereinstimmen. Von daher ist eine einfache Nachbestellung für Photovoltaikbesitzer nicht möglich und auch nicht zu empfehlen.

 

bär(6)colswZur Person:

Sandy Schnitzer ist seit 2004 beider Mounting Systems GmbH tätig. Im Unternehmen ist Herr Schnitzer verantwortlich für die Produktentwicklung und das Produktmanagement (Director Development & Produktmanagement). Vor seiner Tätigkeit in der Solarbranche absolvierte er ein Studium als Bauingenieur, Fachrichtung Konstruktiver Ingenieurbau, und war drei Jahre in einem Ingenieurbüro tätig.

 

 

 

 

Für Fragen zu Rahmen von Photovoltaikmodulen und auch für Infos rund um das Thema Photovoltaik steht Ihnen das ENVARIS-Team jederzeit gerne zur Verfügung. Rufen Sie uns an unter +49 30 288 8493 110 oder schreiben Sie uns eine E-Mail: kontakt(at)envaris.de. Hier Klicken, Neuigkeiten über unseren Blog abonnieren und so keine Artikel mehr verpassen Sie fanden dieses Interview hilfreich? Erfahren Sie mehr rund um das Thema Photovoltaik: Auf unserer Facebook-Seite und unserem Twitter-Account informieren wir regelmäßig über neuste Entwicklungen und geben wertvolle Tipps für Ihre PV-Anlage.

Share this article