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Was nach einem Sturmschaden an der Photovoltaikanlage tun?

Sturmschaden Rondemoor
Sturmschaden an einer landwirtschaftlichen Halle

In den letzten Tagen haben die Stürme Felix und Elon wieder weite Teile von Norddeutschland in Atem gehalten. Neben umgeknickten Bäumen und abgedeckten Dächern, waren auch eine Reihe von Photovoltaikanlagen dem Sturm ausgesetzt. Falls auch Sie sich fragen, ob Ihre Photovoltaikanlage vom Sturm betroffen war, finden Sie hier eine kurze Anleitung für eine Vorgehensweise nach einem Sturm.

Was nach einem Sturmschaden an der Photovoltaikanlage tun?

Grundsätzlich ist Sturm nicht gleich Sturm. Je nach Windstärke und Windrichtung können Stürme unterschiedliche Beschädigungen an der Photovoltaikanlage hinterlassen, wie z.B.:

– keine sichtbaren Spuren

– Kratzer auf dem Solarglas

– Solarmodule mit Glasbruch

– lose oder herausgerissene Solarmodule

Egal wie stark der Sturm war und wie die Solaranlage am Sturmtief stand, es empfiehlt sich immer die Solaranlage nach einer geregelte Vorgehensweise zu prüfen.

Nehmen Sie Ihre Photovoltaikanlage selbst in Augenschein. Aber Achtung, halten Sie entsprechenden Abstand und fassen Sie als keine beschädigten oder herabhängenden Anlagenteile an.

Bei sichtbaren Schäden wie Kratzern auf dem Solarglas, Solarmodulen mit Glasbruch oder herausgerissenen Solarmodulen machen Sie Fotos der Photovoltaikanlage.

Kontrollieren Sie die Funktion Ihrer Wechselrichter und der Anlagenkommunikation. Diese könnten durch Blitzeinschläge einen Überspannungsschaden aufweisen.

 ENAVARIS Halle
Sturmschaden auf einem Industriedach

Kontrollieren Sie Ihre Ertragsdaten an Ihrem Wechselrichter oder im Monitoringsystem. Durch Sturm können Photovoltaikmodule auch auf Zellebene (Zellbruch und Mikrorisse) beschädigt werden. Ebenfalls können durch Bypass-Dioden in den Photovoltaikmodulen beschädigt sein. Sollte es hierbei Unsicherheiten geben, wenden Sie sich an Ihren Installateur oder einen entsprechenden Serviceprofi wie die ENVARIS GmbH.

Sind offensichtliche Schäden an der Photovoltaikanlage vorhanden, holen Sie sich einen Kostenvoranschlag für deren Reparatur ein.

Sind keine offensichtlichen Schäden vorhanden und die Solaranlage hat schlechte Ertragswerte, lassen Sie die Anlage von einem Fachmann z.B. mit einer Kennlinienmessung prüfen. So können Sie evtl. Leistungsminderungen oder ausgefallene Module erkennen. Um Schäden (Zellbruch oder Mikrorisse) in den Modulen festzustellen, wäre eine Elektrolumineszenzmessung notwendig. Diese sollten Sie jedoch erst nach Rücksprache mit Ihrem Versicherer durchführen.

Wird die Photovoltaikanlage aufgrund zu starker Schäden abgeschaltet, dokumentieren Sie den Tag der Abschaltung und wer die Anlage abgeschaltet hat.

Melden Sie den Sturmschaden an der Photovoltaikanlage Ihrer Versicherung und fügen Sie neben dem Schadenhergang entsprechende Fotos und/oder Daten (z.B. aus dem Monitoring oder vom Wechselrichter) als Beleg bei.

Nach dem sich die Versicherung einen Überblick über Ihren Fall verschafft hat, wird sie Ihnen im Normalfall eine Freigabe für die Reparatur und Instandsetzung Ihrer Photovoltaikanlage erteilen. In machen Fällen sendet die Versicherung im Vorfeld einen Sachverständigen, wie z.B. die ENVARIS GmbH, um sich einen Überblick über die Photovoltaikanlage zu verschaffen. Dieser wird je nach Sachverhalt weitere Prüfungen der Anlage wie z.B. eine Elektrolumineszenzmessung empfehlen oder durchführen.

Warten Sie vor der Reparatur der Photovoltaikanlage immer die Freigabe Ihrer Versicherung ab.

Innere Schäden der Photovoltaikmodule nach einem Sturm?

Immer wieder kommt es im Zusammenhang mit Sturm zu Fragen bzgl. innerer Schäden der Photovoltaikmodule wie Mikrorisse oder Zellbruch. Um einen Sturmschaden an der Photovoltaikanlage festzustellen, die nicht offensichtlich vom Sturm beschädigt wurde bedarf es der Hilfe eines Experten. Dieser kann sich mit verschiedenen Mess- und Prüfmethoden einen guten Überblick über die Photovoltaikanlage verschaffen und eine fachkundige Aussage treffen.

Ertragskontrolle

Als erstes sollte sich der Experte einen Überblick über die derzeitige Anlagenleistung verschaffen und diese mit den Erträgen der Solaranlage aus den letzten Wochen vergleichen. Oftmals hilft es, auch andere Anlagen der Umgebung als Vergleich heran zu ziehen. Diese Daten können am Wechselrichter oder am Online-Überwachungssystem der Photovoltaikanlage abgelesen werden.

Elektrolumineszenz-Aufnahme eines Solarmoduls
Elektrolumineszenz-Aufnahme eines Solarmoduls

Kennlinenmessung

Mit einer Kennlinienmessung der einzelnen Strings sollte sich der Installateur / der Profi / der Sachverständige zudem einen Überblick über eventuelle Unterschiede zwischen den einzelnen String machen. Kommt es hier zu einem eindeutigen Ergebnis, kann man weitere Schritte für eine schnelle und zielgerichtete Reparatur einleiten.

Elektrolumineszenzmessung

Mit der EL-Messung können Schäden sichtbar gemacht werden. Grundsätzlich bietet ENVARIS zwei unterschiedliche Arten von Elektrolumineszenzmessung an:

  1. Alle Module werden im montierten Zustand auf dem Dach vermessen
  2. Alle Module werden demontiert und in einem Messwagen vermessen

Eine Elektrolumineszenz (EL) Messung empfiehlt sich, um den festgestellten Schaden, z.B. die Minderleistung der Photovoltaikanlage weiter einzugrenzen und einen optischen Überblick über die Beschädigungen vom Inneren des Photovoltaikmoduls zu erhalten. Damit werden die bereits angesprochenen Mikrorisse und Zellbrüche sichtbar gemacht.

Aber nicht jeder sichtbar gemachte Mikroriss muss leistungsmindernd oder durch den Sturm entstanden sein. Die Größe der Photovoltaikanlage und die eigentliche Stärke des Hagelsturms ist ein Indiz dafür, ob eine EL-Messung sinnvoll ist.

Eine Top 5-Liste der Fehlerbilder, die man mit einer Elektrolumineszenz-Kamera aufdecken kann und wie diese auf einem EL-Bild aussehen finden Sie hier.

Unser Tipp: Sprechen Sie offen mit Ihrer Versicherung, ob eine EL-Aufnahme Ihrer Anlage gemacht wird. Wird eine EL-Aufnahme vom Sachverständigen als nicht notwendig empfunden sollten Sie mit Ihrem Versicherer darüber sprechen, wie mit Schäden, die sich als Spätfolge eines Sturmschadens herausstellen, umgegangen werden soll. Lassen Sie sich die Vereinbarung auch von Ihrem Versicherer schriftlich bestätigen.

Für Fragen zum einem Sturmschaden an der Photovoltaikanlage und auch für weitere Infos rund um das Thema Photovoltaik steht Ihnen das ENVARIS-Team jederzeit gerne zur Verfügung. Rufen Sie uns an unter +49 30 288 8493 110 oder schreiben Sie uns eine E-Mail: kontakt(at)envaris.de.

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