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Wechselrichter installieren – aber wo?

Der geeignete Wechselrichter-Standort macht den Unterschied

Direkte Sonneneinstrahlung sollte beim Wechselrichter installieren vermieden werden. Besser ist es, die Inverter im geschützten Außenbereich zu montieren.
Direkte Sonneneinstrahlung sollte beim Wechselrichter installieren vermieden werden. Besser ist es, die Inverter im geschützten Außenbereich zu montieren.

Die Auswahl des Wechselrichter-Standortes ist nicht so trivial, wie es anfangs scheinen mag. Haben doch externe Faktoren einen maßgeblichen Einfluss auf die langfristige Qualität der komplexen Wechselrichter. Daher ist es sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich unumgänglich, sich vor der Installation Gedanken über den Montage-Standort zu machen. Durch diese einfache Maßnahme lassen sich viele Probleme bereits im Vorfeld eliminieren.

Übersicht externe Einflussfaktoren

Es gibt zahlreiche Kriterien, die positiven oder negativen Einfluss auf die Lebensdauer eines Wechselrichters haben können. Dazu zählen klimatische Bedingungen wie Sonneneinstrahlung und die damit verbundene Wärmeentwicklung oder Feuchtigkeit durch Regen oder Schnee. Auch der geographische Aspekt sollte bei dem Wechselrichter-Standort nicht vernachlässigt werden. So wirkt sich sowohl die Meereshöhe als auch die Nähe zu Salzwasser auf die Komponenten und Materialien der Inverter aus. Hinzu kommen noch andere Umgebungseinflüsse, die die Wechselrichter-Qualität langfristig fordern. Unter diesen Aspekt fallen unter anderem Staubeinwirkung, Dämpfe und ammoniakhaltige Tierausdünstungen.

Klimatische Umgebungsbedingungen

Direkte Sonneneinstrahlung sollte bei der Wahl des Wechselrichter-Standortes bestmöglich vermieden werden. Auch wenn moderne Wechselrichter Umgebungstemperaturen von bis zu 60° C trotzen lässt sich der Ertrag durch eine Überdachung des Gerätes optimieren. Der viel zitierte geschützte Außenbereich ist daher einem ungeschützten Standort vorzuziehen. Vor allem in sehr heißen Gegenden in Südeuropa steigen die Temperaturen bei direkter Sonneneinstrahlung in den Sommermonaten schnell auf 40°C und mehr. Dies wirkt sich auf das Temperaturderating der Wechselrichter aus. Darunter versteht man die gesteuerte Reduzierung der Leistung, um empfindliche Halbleiterbauteile des Wechselrichters vor Überhitzung zu schützen. Wird der Wechselrichter vor zu großer Hitzeeinwirkung bewahrt, wird Derating vermieden und das Gerät kann die optimale Leistung erzielen.

Auch Feuchtigkeit durch Regen, Schnee oder Nebel kann den Ertrag des Wechselrichters negativ beeinflussen. Erreichen Inverter nicht den benötigten IP-Schutz können die empfindlichen Bauteile durch den Wassereintritt ins Gehäuse Schaden nehmen. Manche moderne Geräte erreichen heute bereits IP 66, was dem Schutz gegen starkes Strahlwasser entspricht. Unterliegt der Montagestandort daher diesen Bedingungen, muss der IP-Schutz unbedingt berücksichtigt werden, um den langfristigen Ertrag der PV-Anlage sicher zu stellen.

Geographische Einflussfaktoren  

Salz setzt den empfindlichen Platinen besonders zu. Bei speziellen Salztests wird der Einfluss auf die Bauteile überprüft.
Salz setzt den empfindlichen Platinen besonders zu. Bei speziellen Salztests wird der Einfluss auf die Bauteile überprüft.

Ein Argument, das bei der Wahl des Wechselrichter-Standortes nicht gleich ins Auge springt, ist die Seehöhe des Installationsortes. Je höher der Wechselrichter über Seehöhe montiert wird, desto schwieriger wird teilweise die Isolation bzw. die Kühlung des Gerätes. Dies kann zu Bauteil-Defekten führen, die im schlechtesten Fall einen Ausfall des Wechselrichters nach sich ziehen können. Hochqualitative Wechselrichter können jedoch auch mit großen Höhen umgehen. Der Fronius Primo erbringt beispielsweise selbst bei 4.000 m über dem Meeresspiegel seine volle Leistung. Hintergrund dabei ist, dass bereits bei der Entwicklung (Elektronische Schaltung, Auswahl der Bauteile, Leiterplatten, ….) auf eben diese Probleme frühzeitig Rücksicht genommen wird.

Ein weiterer Einflussfaktor ist die Einwirkung von Salz auf die Komponenten. In Meeresnähe montierte Wechselrichter werden zwangsläufig mit diesem Problem konfrontiert. Das Einwirken von Salznebel auf ein Gerät (Gehäuse, Dichtungen, Kühlung, Kontaktstellen, Leiterplatten ….) kann zu dessen Schädigung führen und weiter Ertragsverluste oder gar den Ausfall verursachen. Qualitätsbewusste Hersteller unterziehen ihre Geräte umfangreichen Tests, die über die normativen und gesetzlichen Forderungen gehen und zum Beispiel auch solche Einflüsse in speziellen Salzsprühtests prüfen.

Weitere externe Einflüsse

Zu den klimatischen und den geographischen Einflussfaktoren auf die Wechselrichter-Qualität kommen noch weitere wie die Einwirkung von Dämpfen, Staub oder ammoniakhaltigen Tierausdünstungen. Chemisch angreifende Dämpfe, ätzende Substanzen, Säuren oder Laugen wirken sich nicht unbedingt positiv auf die Lebensdauer von Wechselrichtern aus. Wenn möglich, sollte der Wechselrichter auch nicht in Räumen montiert werden, in denen er großer Staubeinwirkung ausgesetzt ist. Moderne Wechselrichter sind zwar meistens staubdicht, dennoch ist eine staubarme Umgebung von Vorteil. Ausdünstungen von Schweinen, Pferden, Kühen und anderen Tieren beinhalten Ammoniak, welcher aggressiv auf den Wechselrichter einwirken kann. Daher ist Montage in Stallungen nicht empfehlenswert.

Zusammenfassung

Der Wechselrichter-Standort spielt eine entscheidende Bedeutung für die lange Lebensdauer des Gerätes. Wird der Inverter im Haus montiert, sollte der Raum möglichst kühl, trocken und sauber sein. Eine Montage im Keller (z.B. im Technikraum) ist daher vorteilhafter als eine am Dachboden. Im Außenbereich bietet sich die Installation an einem geschützten Standort an, um die direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Diese Maßnahmen können die Lebensdauer des Gerätes erhöhen.

Unterliegt der Wechselrichter-Standort komplexen Bedingungen wie großer Seehöhe oder Nähe zum Meer, ist die Qualität des Gerätes von umso höherer Bedeutung. Hochwertige Wechselrichter namhafter Hersteller unterliegen strengen Qualitätskontrollen und werden laufend bei Härtetests auf ihre Beständigkeit überprüft

Erstellt wurde dieser Beitrag von der Fronius International GmbH

Fronius International ist ein österreichisches Unternehmen mit Firmensitz in Pettenbach und weiteren Standorten in Wels, Thalheim, Steinhaus und Sattledt. Das Unternehmen mit global 3.344 Mitarbeitern ist in den Bereichen Schweißtechnik, Photovoltaik und Batterieladetechnik tätig. Der Exportanteil mit rund 92 Prozent wird mit 20 internationalen Fronius Gesellschaften und Vertriebspartnern/ Repräsentanten in mehr als 60 Ländern erreicht. Mit innovativen Produkten und Dienstleistungen sowie 1.008 aktiven Patenten ist Fronius Innovationsführer am Weltmarkt.

Für Rückfragen wenden Sie ich gerne an:

Michael PERFAHL, +43 7242 241 5787, perfahl.michael@fronius.com; Froniusplatz 1, 4600 Wels, Austria.

Ihnen steht aber auch das ENVARIS-Team jederzeit für Rückfragen rund um das Thema Repowering von Wechselrichtern zur Verfügung.

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